Klimareporting Blog › Die neue CSDDD: Ein Überblick über die EU-Lieferkettenrichtlinie

| 21. März 2024

Die neue CSDDD: Ein Überblick über die EU-Lieferkettenrichtlinie

Am 15. März haben die Mitgliedstaaten der EU ihre Zustimmung zum überarbeiteten Kompromissvorschlag der Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD/ CS3D) gegeben. Für Deutschland bedeutet die CSDDD, dass das bestehende Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG), welches bereits auf nationaler Ebene besteht, angepasst werden muss, um mit den EU-Anforderungen der CSDDD übereinzustimmen. Lesen Sie hier die wichtigsten Informationen zur neuen Richtlinie, die Unternehmen verpflichtet, ihre Lieferketten und Geschäftspraktiken zu überprüfen. 

🕓 Lesezeit 8 Minuten

1. Welche Ziele verfolgt die CSDDD (CS3D)?

 

Die Corporate Sustainability Due Diligence Directive, kurz CSDDD oder CS3D genannt, ist eine neue Richtlinie der EU, die darauf abzielt, Unternehmen dazu zu bringen, ihre Lieferketten und internen Praktiken gründlich zu überwachen und zu regulieren.

Die Initiative zielt darauf ab, ein hohes Maß an Transparenz zu schaffen und sicherzustellen, dass europäische Unternehmen in ihren globalen Aktivitäten Menschenrechte respektieren und umweltfreundliche Praktiken anwenden. Unter der CSDDD müssen Unternehmen potenzielle Risiken für Menschenrechte und Umwelt identifizieren, Maßnahmen zur Minderung dieser Risiken ergreifen, über ihre Bemühungen berichten und sicherstellen, dass ihre Lieferketten keine negativen Auswirkungen auf die Gesellschaft oder den Planeten haben.

2. Umsetzung der CSDDD in Deutschland durch Anpassung des LkSG

 

Die Umsetzung der Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CS3D) in nationales Recht ist ein wesentlicher Schritt, den alle EU-Mitgliedstaaten vollziehen müssen, um die Einhaltung der neuen Richtlinie sicherzustellen.

Für Deutschland bedeutet dies, dass das bestehende Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) angepasst werden muss, um mit den Anforderungen der CS3D übereinzustimmen. Das LkSG ist ein bereits bestehendes Gesetz in Deutschland, das Unternehmen verpflichtet, ihre Lieferketten auf Menschenrechtsverletzungen und Umweltrisiken zu überprüfen.

Die CS3D könnte jedoch strengere oder zusätzliche Anforderungen stellen, was bedeutet, dass das deutsche Gesetz erweitert oder modifiziert werden muss, um vollständig konform zu sein. Die Anpassungen könnten eine Ausweitung des Geltungsbereichs des LkSG beinhalten, um mehr Unternehmen einzuschließen, strengere Due-Diligence-Pflichten oder detailliertere Berichtsanforderungen. Zum Beispiel könnte die CS3D verlangen, dass Unternehmen nicht nur ihre direkten Lieferanten, sondern auch weiter entfernte Lieferanten in der Kette überprüfen, was über die aktuellen Anforderungen des LkSG hinausgeht.

3. Wen betrifft die CSDDD?

 

Der geplante Anwendungsbereich der neuen Richtlinie sieht vor, verschiedene Unternehmensgruppen einzubeziehen, abhängig von ihrer Größe und ihrem Umsatz.

Geplant ist nach Stand vom 14.03.2024, dass langfristig EU-Unternehmen und deren Mutterunternehmen unter die Richtlinie fallen, wenn sie mehr als 1000 Mitarbeitende beschäftigen und einen weltweiten Jahresumsatz von über 450 Millionen Euro erzielen. Bis dahin ist eine stufenweise Anwendung nach Unternehmensgröße und Umsatz geplant. 

  • Ab dem Jahr 2027, also drei Jahre nach dem Inkrafttreten der EU-Lieferkettenrichtlinie (CS3D), soll diese Richtlinie für Unternehmen gelten, die mehr als 5.000 Mitarbeiter beschäftigen und einen Umsatz von mehr als 1,5 Milliarden Euro erzielen.
  • Im darauf folgenden Jahr 2028, vier Jahre nach der Einführung der CS3D, soll sich der Anwendungsbereich auf Unternehmen mit mehr als 3.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von über 900 Millionen Euro erweitern.
  • Schließlich soll im Jahr 2029, fünf Jahre nach Inkrafttreten der Richtlinie, die CS3D auch für Unternehmen relevant sein, die mehr als 1.000 Mitarbeiter zählen und einen Umsatz von mehr als 450 Millionen Euro aufweisen.

Auch Ihnen fehlt als Geschäftsführer, Inhaber oder Nachhaltigkeitsmanager der Überblick über die neue CSRD-Reportingpflicht ?

Unser CSRD-Briefing bietet einen übersichtlichen Themeneinstieg

CSRD Überblick 2024 ESRS Standards

Green Vision Solutions ist zertifiziert durch den TÜV Rheinland, ausgezeichnet mit dem Gründerpeis Baden-Württemberg 2022 und dem Mannheimer Existenzgründerpreis 2023, akkreditiert im Kompetenzatlas für Ressouceneffizienz und Umwelttechnik & Partner von FALK

Auch Ihnen fehlt als Geschäftsführer, Inhaber oder Nachhaltigkeitsmanager der Überblick über die neue CSRD-Reportingpflicht ?

Unser CSRD-Briefing bietet einen übersichtlichen Themeneinstieg

Erhalten Sie mit Ihrem CSRD Briefing eine aktuelle und verständlichen Informationsgrundlage zum Einstieg in die neue Berichterstattungspflicht.

CSRD Überblick 2024 ESRS Standards

Erhalten Sie unser aktuelles CSRD Briefing

mit Anforderungen, Betroffenheit und Auswirkungen der Berichterstattungspflicht für nachhaltigkeitsbezogene Kennzahlen in Unternehmen

4. Was ist der Unterschied zwischen CSDDD und CSRD?

 

Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) konzentriert sich auf die Verbesserung der Transparenz und Qualität von Nachhaltigkeitsberichten, die Unternehmen veröffentlichen müssen.

Im Gegensatz dazu legt die CSDDD konkrete Handlungsanforderungen fest, die Unternehmen erfüllen müssen, um sicherzustellen, dass ihre Geschäftspraktiken nachhaltig sind. Während die CSRD Unternehmen dazu anhält, über ihre Aktivitäten zu berichten, verlangt die CSDDD von ihnen, proaktiv zu handeln und ihre Prozesse zu verbessern, um negative Auswirkungen auf Menschenrechte und Umwelt zu vermeiden.

Die CSRD betrifft bereits Unternehmen ab 250 Mitarbeitenden oder börsennotierte KMUs. Die CSDDD greift erst für größere Unternehmen mit über 1.000 Mitarbeitenden und gewissen Umsätzen.

Zwischen beiden Richtlinien gibt es auch Synergien: Unternehmen, die einen Übergangsplan für den Klimaschutz erstellen, der den Vorgaben der CSRD und der ESRS Standards gemäß ESRS E1-1 entspricht, erfüllen damit ebenfalls die Anforderungen, die die CS3D an solche Übergangspläne stellt. Die Basis hierfür ist stehts die Erhebung der Treibhausgasbilanz über Scope 1, 2 und 3, der sogenannte Corporate Carbon Footprint.

Praxishinweis

Wenn Ihnen noch keinen passenden Partner für die Erhebung Ihrer CO2-Kennzahlen zur Seite steht, informieren Sie sich gerne über unser Angebot. Unsere TÜV-zertifizierte Software+Service-Lösung für den Corporate Carbon Footprint bietet Ihnen die standardkonforme Erhebung der CO2-Kennzahlen über Scope 1, 2 und 3 mit Geling Garantie.

 

Erfolgreich ins CO2-Management starten

So gelingt der Prozess der CO2-Erhebung:
Ressourcen, Dauer & Vorgehen

15. Mai 2024, 10.30 Uhr

Ähnliche Beiträge

JETZT HANDELN LOHNT SICH

Bei dem Thema Nachhaltigkeit bzw. ökologische Tragfähigkeit stehen der Klimawandel und die menschliche Einflussnahme auf diesen im Zentrum, weil in kaum einem anderen Bereich Umweltwirkungen so gut gemessen und mit Zahlen belegt werden können. Der Indikator sind hier die anthropogenen Emissionen, also die Treibhausgasemissionen, die vom Menschen verursacht werden und zur Klimaerwärmung beitragen.

Was bedeutet das im Kontext des nachhaltigen Wirtschaftens? Jedes Unternehmen sollte seine Treibhausgasemissionen – die bei der betriebswirtschaftlichen Leistungserstellung unvermeidbar sind – so gering wie möglich halten. Nachhaltiges Wirtschaften lässt sich nicht auf Knopfdruck erreichen, doch ein auf ökologischen Kennzahlen basierter, ständiger Optimierungsprozess ist der entscheidende Ansatz.

Indem Sie die für Ihr Unternehmen, für Ihr Produkt oder für Ihre Dienstleistung anfallenden Treibhausgasemissionen erfassen, können Sie Potenziale zur Emissionsreduktion identifizieren. Damit sind in der Lage, Ihre Prozesse zu optimieren und zudem Kosten einzusparen. Gegenüber Ihren Kunden und Lieferanten kommunizieren Sie, dass Sie die Verantwortung für die von Ihnen verantworteten Emissionen übernehmen. Damit können Sie Vertrauen aufbauen und sich auf Anforderungen Ihrer Unternehmenspartner einstellen.

Jetzt handeln lohnt sich

Wenn Sie Ihre Emissionen kennen, sind Sie auf vorhersehbare strengere gesetzliche Vorgaben, wie die steigende Besteuerung von Treibhausgasemissionen oder die verpflichtende Umsetzung investitionsintensiver Maßnahmen, vorbereitet. Diese Komponente in Ihrem unternehmerischen Risikomanagement abzubilden, ist langfristig unerlässlich.

Aufgrund der andauernden gesellschaftlichen Forderung nach Klimaschutz, hat inzwischen sogar die europäische Zentralbank unter Christine Lagarde den unabwendbaren Kurs eingeschlagen, Kapital bevorzugt den Unternehmen zufließen zu lassen, die sich nachweislich mit Klimaschutz befassen. In dem Kapitalfluss großer Vermögensverwalter, wie z.B. BlackRock, zeigt sich dieselbe Richtung. Ihr Vorsitzender Larry Fink schreibt in einem Brief an seine CEOs, dass Unternehmen, die sich nicht mit dem Thema Ökologie ernsthaft und transparent auseinandersetzen, nicht mehr zukunftsfähig sind und deshalb auch nicht mehr in diese investiert wird.

Klimaschutz als Unternehmen professionell und nachweisbar zu betreiben, ist also bereits in naher Zukunft unausweichlich. Wenn Ihr Unternehmen zu denjenigen gehört, die sich zuerst dieser Situation stellen, bauen Sie einen Vorreitereffekt auf, der auf die Berücksichtigung der hervorsehbaren gesetzlichen Vorgaben vorbereitet, langfristig niedrigere Kapitalkosten mit sich bringt und Vorteile im Markt garantiert!

JETZT HANDELN LOHNT SICH

Bei dem Thema Nachhaltigkeit bzw. ökologische Tragfähigkeit stehen der Klimawandel und die menschliche Einflussnahme auf diesen im Zentrum, weil in kaum einem anderen Bereich Umweltwirkungen so gut gemessen und mit Zahlen belegt werden können. Der Indikator sind hier die anthropogenen Emissionen, also die Treibhausgasemissionen, die vom Menschen verursacht werden und zur Klimaerwärmung beitragen.

Was bedeutet das im Kontext des nachhaltigen Wirtschaftens? Jedes Unternehmen sollte seine Treibhausgasemissionen – die bei der betriebswirtschaftlichen Leistungserstellung unvermeidbar sind – so gering wie möglich halten. Nachhaltiges Wirtschaften lässt sich nicht auf Knopfdruck erreichen, doch ein auf ökologischen Kennzahlen basierter, ständiger Optimierungsprozess ist der entscheidende Ansatz.

Indem Sie die für Ihr Unternehmen, für Ihr Produkt oder für Ihre Dienstleistung anfallenden Treibhausgasemissionen erfassen, können Sie Potenziale zur Emissionsreduktion identifizieren. Damit sind in der Lage, Ihre Prozesse zu optimieren und zudem Kosten einzusparen. Gegenüber Ihren Kunden und Lieferanten kommunizieren Sie, dass Sie die Verantwortung für die von Ihnen verantworteten Emissionen übernehmen. Damit können Sie Vertrauen aufbauen und sich auf Anforderungen Ihrer Unternehmenspartner einstellen.

Jetzt handeln lohnt sich

Wenn Sie Ihre Emissionen kennen, sind Sie auf vorhersehbare strengere gesetzliche Vorgaben, wie die steigende Besteuerung von Treibhausgasemissionen oder die verpflichtende Umsetzung investitionsintensiver Maßnahmen, vorbereitet. Diese Komponente in Ihrem unternehmerischen Risikomanagement abzubilden, ist langfristig unerlässlich.

Aufgrund der andauernden gesellschaftlichen Forderung nach Klimaschutz, hat inzwischen sogar die europäische Zentralbank unter Christine Lagarde den unabwendbaren Kurs eingeschlagen, Kapital bevorzugt den Unternehmen zufließen zu lassen, die sich nachweislich mit Klimaschutz befassen. In dem Kapitalfluss großer Vermögensverwalter, wie z.B. BlackRock, zeigt sich dieselbe Richtung. Ihr Vorsitzender Larry Fink schreibt in einem Brief an seine CEOs, dass Unternehmen, die sich nicht mit dem Thema Ökologie ernsthaft und transparent auseinandersetzen, nicht mehr zukunftsfähig sind und deshalb auch nicht mehr in diese investiert wird.

Klimaschutz als Unternehmen professionell und nachweisbar zu betreiben, ist also bereits in naher Zukunft unausweichlich. Wenn Ihr Unternehmen zu denjenigen gehört, die sich zuerst dieser Situation stellen, bauen Sie einen Vorreitereffekt auf, der auf die Berücksichtigung der hervorsehbaren gesetzlichen Vorgaben vorbereitet, langfristig niedrigere Kapitalkosten mit sich bringt und Vorteile im Markt garantiert!

DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner