Klimareporting Blog › CSRD Umsetzungsgesetz 2024 | Die Umsetzung der CSRD in Deutschland

| Update: 04. April 2024

CSRD Umsetzungsgesetz 2024 | Die Umsetzung der CSRD in Deutschland

Mit der Einführung der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) in der EU steht Deutschland vor der Aufgabe, diese umfassenden Richtlinien in nationales Recht umzusetzen. Dieser Artikel beleuchtet, wie Deutschland die CSRD durch das CSRD-Umsetzungsgesetz implementiert, um eine transparente und nachhaltige Berichterstattung zu fördern. Der Referentenentwurf zum CSRD-Umsetzungsgesetz wurde nun am 22. März 2024 vorgelegt.

🕓 Lesezeit 4 Minuten

CSRD Umsetzung Deutschland

Deutschlands Ansatz zur CSRD-Umsetzung

Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) stellt eine erhebliche Erweiterung der bisherigen EU-Richtlinien zur nichtfinanziellen Berichterstattung dar. Für Deutschland ist die Umsetzung dieser Richtlinie nicht nur eine gesetzliche Verpflichtung, sondern auch eine Chance, die Nachhaltigkeitsstandards in der Wirtschaft zu erhöhen. Dieser Artikel geht darauf ein, wie Deutschland die CSRD in nationales Recht integriert und welche Auswirkungen dies auf die Unternehmenslandschaft und Nachhaltigkeitsberichterstattung haben wird.

Details zur Betroffenheit und den Anforderungen der CSRD lesen Sie hier.

 

1. Inkrafttreten der CSRD

Die CSRD trat am 5. Januar 2023 auf EU-Ebene in Kraft. Deutschland und die weiteren EU-Staaten müssen die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) innerhalb von 18 Monaten nach ihrem Inkrafttreten auf EU-Ebene in nationales Recht umsetzen. Da die CSRD am 5. Januar 2023 in Kraft trat, muss die Umsetzung in deutsches Recht bis spätestens Juli 2024 erfolgen. Der Referentenentwurf zum CSRD-Umsetzungsgesetz wurde nun am 22.03.24 präsentiert. Dies bedeutet, dass Unternehmen und Branchen sich auf einen umfassenden Wandel in der Berichterstattung vorbereiten müssen.

 

2. Was sind die Rahmenbedingungen für die gesetzliche Umsetzung der CSRD in Deutschland?

Deutschland hat sich verpflichtet, die CSRD nahtlos in das bestehende System der Unternehmensberichterstattung zu integrieren. Das bedeutet eine Anpassung des Handelsgesetzbuchs (HGB) und anderer relevanter Gesetze, um die CSRD-Anforderungen abzubilden. Diese Anpassungen beinhalten detaillierte Vorschriften zur Offenlegung von Informationen über Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekte (ESG). Dabei ist die Nutzung von Reportingstandards wie den ESRS (European Sustainability Reporting Standards) entscheidend, um eine einheitliche und transparente Nachhaltigkeitsberichterstattung zu gewährleisten.

Am 22. März 2024 präsentierte nun das Bundesministerium für Justiz den mit Spannung erwarteten Re­fe­ren­ten­ent­wurf ei­nes Ge­set­zes zur Um­set­zung der CSRD in Deutschland. Dieser beinhaltet Anpassungen des HGB, um die CSRD-Anforderungen aufzunehmen. Mit diesem sogenannten CSRD-Umsetzungsgesetz sollen keine weiteren Maßnahmen, die über die CSRD hinausgehen, in nationales Recht umgesetzt werden.

Auch Ihnen fehlt als Geschäftsführer, Inhaber oder Nachhaltigkeitsmanager der Überblick über die neue CSRD-Reportingpflicht ?

Unser CSRD-Briefing bietet einen übersichtlichen Themeneinstieg

CSRD Überblick 2024 ESRS Standards

Green Vision Solutions ist zertifiziert durch den TÜV Rheinland, ausgezeichnet mit dem Gründerpeis Baden-Württemberg 2022 und dem Mannheimer Existenzgründerpreis 2023, akkreditiert im Kompetenzatlas für Ressouceneffizienz und Umwelttechnik & Partner von FALK

Auch Ihnen fehlt als Geschäftsführer, Inhaber oder Nachhaltigkeitsmanager der Überblick über die neue CSRD-Reportingpflicht ?

Unser CSRD-Briefing bietet einen übersichtlichen Themeneinstieg

Erhalten Sie mit Ihrem CSRD Briefing eine aktuelle und verständlichen Informationsgrundlage zum Einstieg in die neue Berichterstattungspflicht.

CSRD Überblick 2024 ESRS Standards

Erhalten Sie unser aktuelles CSRD Briefing

mit Anforderungen, Betroffenheit und Auswirkungen der Berichterstattungspflicht für nachhaltigkeitsbezogene Kennzahlen in Unternehmen

3. Was sind allgemeine Unterschiede zwischen der EU-Richtlinie und dem nationalen Gesetz?

Der Hauptunterschied zwischen einer EU-Richtlinie, wie der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), und dem umgesetzten nationalen Recht besteht in ihrer rechtlichen Natur und Anwendung. Die EU-Richtlinie setzt Ziele und Anforderungen auf europäischer Ebene fest und gibt Mitgliedsstaaten einen Rahmen vor, den diese in nationales Recht umsetzen müssen. Die CSRD legt beispielsweise die Grundlagen für erweiterte und detaillierte Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen fest. In der deutschen Umsetzung müssen diese europäischen Vorgaben nun in spezifische nationale Gesetze und Regelungen transformiert werden. Dies beinhaltet auch die Durchführung einer Wesentlichkeitsanalyse, um die relevantesten Nachhaltigkeitsthemen für jedes Unternehmen zu identifizieren.

EU-Richtlinie (CSRD)

Eine EU-Richtlinie setzt Ziele und Anforderungen auf europäischer Ebene fest. Sie gibt Mitgliedsstaaten einen Rahmen vor, den diese in nationales Recht umsetzen müssen. Die CSRD legt beispielsweise die Grundlagen für erweiterte und detaillierte Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen fest.

Richtlinien lassen den Mitgliedsstaaten einen gewissen Spielraum bei der Umsetzung, um lokale Besonderheiten zu berücksichtigen. Die Staaten können entscheiden, wie sie die Ziele der Richtlinie am besten in ihrem eigenen rechtlichen Kontext erreichen.

Eine EU-Richtlinie ist nicht unmittelbar in den Mitgliedsstaaten anwendbar. Sie muss erst in nationales Recht umgesetzt werden, um rechtliche Bindungswirkung zu erlangen.

Umgewandeltes nationales Recht

Die Umsetzung einer EU-Richtlinie in nationales Recht erfolgt durch die Verabschiedung von Gesetzen, Verordnungen oder anderen rechtlichen Instrumenten auf nationaler Ebene. Diese Gesetze konkretisieren die Vorgaben der Richtlinie und integrieren sie in das bestehende nationale Rechtssystem.

Im Gegensatz zur EU-Richtlinie sind die nationalen Gesetze und Vorschriften, die aus der Umsetzung resultieren, unmittelbar in dem jeweiligen Land anwendbar. Unternehmen und Einzelpersonen müssen sich an diese nationalen Vorschriften halten.

Bei der Umsetzung können spezifische nationale Bedürfnisse und Besonderheiten berücksichtigt werden, die in der EU-Richtlinie möglicherweise nicht detailliert behandelt werden. Dies kann zu Unterschieden in der Umsetzung der CSRD zwischen verschiedenen EU-Mitgliedsstaaten führen.

CO2-Erfassung im Rahmen der CSRD

Standardkonforme und wirtschaftliche Umsetzung für die neue Reportingpflicht

21. August, 10.30 bis 11.15 Uhr

4. Was beinhaltet das CSRD-Umsetzungsgesetz konkret?

Wichtige Inhalte des CSRD-Umsetzungsgesetzes sind:

  • Einbindung der CSRD-Anforderungen: Für die Unternehmen, die in den Anwendungsbereich der CSRD fallen, sollen Re­ge­lun­gen im Han­dels­ge­setz­buch hin­sicht­lich der Rech­nungs­le­gungs­un­ter­la­gen angepasst werden, insbesondere zum Lagebericht und zur Prüfung. Die Lageberichte werden mit dem Gesetz um einen verpflichtenden Nachhaltigkeitsbericht erweitert (Um­welt-, So­zial- und Men­schen­rechts so­wie Go­ver­nance-Fak­to­ren), der mit begrenzter Sicherheit geprüft werden wird.
  • Berufsrechtliche Regelungen für Wirtschaftsprüfer: Die Regelungen werden angepasst an die Erfordernisse bei der Überprüfung von Nachhaltigkeitsberichten durch Wirtschaftsprüfer, beispielsweise hinsichtlich der Anforderungen an Aus- und Fortbildung.
  • Prüfung durch Prüfungsorgan einer Aktiengesellschaft: Das Prüfungsgremium einer Aktiengesellschaft muss sicherstellen und überprüfen, dass die Berichterstattung über Nachhaltigkeit korrekt durchgeführt wird.

Zusammenfassend schafft die CSRD als EU-Richtlinie einen gemeinsamen Rahmen für die Nachhaltigkeitsberichterstattung in der EU, während die Umsetzung in nationales Recht in Deutschland bis Juni 2024 spezifische Regelungen beinhalten wird, die direkt in Deutschland anwendbar sind.

Das CSRD-Umsetzungsgesetz beinhaltet Änderungen im Handelsgesetzbuch (HGB), um die Vorgaben der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) zu integrieren. Das Gesetz zielt darauf ab, ausschließlich die Anforderungen der CSRD in deutsches Recht umzusetzen, ohne zusätzliche, über die Richtlinie hinausgehende Maßnahmen einzuführen.

Für Unternehmen bedeutet dies, sich eingehend mit den Themen ESG und CO2-Fußabdruck auseinanderzusetzen und eine umfassende Wesentlichkeitsanalyse durchzuführen, um sicherzustellen, dass ihre Berichterstattung den neuen Standards entspricht.

Entdecken Sie unsere E-Learnings und Seminare

Hier finden Sie praxisorientierte Weiterbildungen rund um die Treibhausgas-Berichterstattung

Am beliebtesten

Wesentlichkeitsanalyse und Datenvorbereitung beim CO₂-Reporting

Welche Scope 1 bis 3 Daten sind nach GHG tatsächlich relevant?

Nächster Termin

Vermiedene Emissionen bilanzieren 

Berechnungsmöglichkeiten, praktische Anwendungsfälle und Perspektiven in der Berichterstattung

Die Scope 3 Wesentlichkeitsanalyse anhand von Fallbeispielen

Signifikanten Kategorien mit dieser GHG-Methodik identifizieren 

ESRS E1 Klimawandel durchleuchtet + Beispielbericht

Erstbericht als Mittelständler pragmatisch umsetzen

Ähnliche Beiträge

JETZT HANDELN LOHNT SICH

Bei dem Thema Nachhaltigkeit bzw. ökologische Tragfähigkeit stehen der Klimawandel und die menschliche Einflussnahme auf diesen im Zentrum, weil in kaum einem anderen Bereich Umweltwirkungen so gut gemessen und mit Zahlen belegt werden können. Der Indikator sind hier die anthropogenen Emissionen, also die Treibhausgasemissionen, die vom Menschen verursacht werden und zur Klimaerwärmung beitragen.

Was bedeutet das im Kontext des nachhaltigen Wirtschaftens? Jedes Unternehmen sollte seine Treibhausgasemissionen – die bei der betriebswirtschaftlichen Leistungserstellung unvermeidbar sind – so gering wie möglich halten. Nachhaltiges Wirtschaften lässt sich nicht auf Knopfdruck erreichen, doch ein auf ökologischen Kennzahlen basierter, ständiger Optimierungsprozess ist der entscheidende Ansatz.

Indem Sie die für Ihr Unternehmen, für Ihr Produkt oder für Ihre Dienstleistung anfallenden Treibhausgasemissionen erfassen, können Sie Potenziale zur Emissionsreduktion identifizieren. Damit sind in der Lage, Ihre Prozesse zu optimieren und zudem Kosten einzusparen. Gegenüber Ihren Kunden und Lieferanten kommunizieren Sie, dass Sie die Verantwortung für die von Ihnen verantworteten Emissionen übernehmen. Damit können Sie Vertrauen aufbauen und sich auf Anforderungen Ihrer Unternehmenspartner einstellen.

Jetzt handeln lohnt sich

Wenn Sie Ihre Emissionen kennen, sind Sie auf vorhersehbare strengere gesetzliche Vorgaben, wie die steigende Besteuerung von Treibhausgasemissionen oder die verpflichtende Umsetzung investitionsintensiver Maßnahmen, vorbereitet. Diese Komponente in Ihrem unternehmerischen Risikomanagement abzubilden, ist langfristig unerlässlich.

Aufgrund der andauernden gesellschaftlichen Forderung nach Klimaschutz, hat inzwischen sogar die europäische Zentralbank unter Christine Lagarde den unabwendbaren Kurs eingeschlagen, Kapital bevorzugt den Unternehmen zufließen zu lassen, die sich nachweislich mit Klimaschutz befassen. In dem Kapitalfluss großer Vermögensverwalter, wie z.B. BlackRock, zeigt sich dieselbe Richtung. Ihr Vorsitzender Larry Fink schreibt in einem Brief an seine CEOs, dass Unternehmen, die sich nicht mit dem Thema Ökologie ernsthaft und transparent auseinandersetzen, nicht mehr zukunftsfähig sind und deshalb auch nicht mehr in diese investiert wird.

Klimaschutz als Unternehmen professionell und nachweisbar zu betreiben, ist also bereits in naher Zukunft unausweichlich. Wenn Ihr Unternehmen zu denjenigen gehört, die sich zuerst dieser Situation stellen, bauen Sie einen Vorreitereffekt auf, der auf die Berücksichtigung der hervorsehbaren gesetzlichen Vorgaben vorbereitet, langfristig niedrigere Kapitalkosten mit sich bringt und Vorteile im Markt garantiert!

JETZT HANDELN LOHNT SICH

Bei dem Thema Nachhaltigkeit bzw. ökologische Tragfähigkeit stehen der Klimawandel und die menschliche Einflussnahme auf diesen im Zentrum, weil in kaum einem anderen Bereich Umweltwirkungen so gut gemessen und mit Zahlen belegt werden können. Der Indikator sind hier die anthropogenen Emissionen, also die Treibhausgasemissionen, die vom Menschen verursacht werden und zur Klimaerwärmung beitragen.

Was bedeutet das im Kontext des nachhaltigen Wirtschaftens? Jedes Unternehmen sollte seine Treibhausgasemissionen – die bei der betriebswirtschaftlichen Leistungserstellung unvermeidbar sind – so gering wie möglich halten. Nachhaltiges Wirtschaften lässt sich nicht auf Knopfdruck erreichen, doch ein auf ökologischen Kennzahlen basierter, ständiger Optimierungsprozess ist der entscheidende Ansatz.

Indem Sie die für Ihr Unternehmen, für Ihr Produkt oder für Ihre Dienstleistung anfallenden Treibhausgasemissionen erfassen, können Sie Potenziale zur Emissionsreduktion identifizieren. Damit sind in der Lage, Ihre Prozesse zu optimieren und zudem Kosten einzusparen. Gegenüber Ihren Kunden und Lieferanten kommunizieren Sie, dass Sie die Verantwortung für die von Ihnen verantworteten Emissionen übernehmen. Damit können Sie Vertrauen aufbauen und sich auf Anforderungen Ihrer Unternehmenspartner einstellen.

Jetzt handeln lohnt sich

Wenn Sie Ihre Emissionen kennen, sind Sie auf vorhersehbare strengere gesetzliche Vorgaben, wie die steigende Besteuerung von Treibhausgasemissionen oder die verpflichtende Umsetzung investitionsintensiver Maßnahmen, vorbereitet. Diese Komponente in Ihrem unternehmerischen Risikomanagement abzubilden, ist langfristig unerlässlich.

Aufgrund der andauernden gesellschaftlichen Forderung nach Klimaschutz, hat inzwischen sogar die europäische Zentralbank unter Christine Lagarde den unabwendbaren Kurs eingeschlagen, Kapital bevorzugt den Unternehmen zufließen zu lassen, die sich nachweislich mit Klimaschutz befassen. In dem Kapitalfluss großer Vermögensverwalter, wie z.B. BlackRock, zeigt sich dieselbe Richtung. Ihr Vorsitzender Larry Fink schreibt in einem Brief an seine CEOs, dass Unternehmen, die sich nicht mit dem Thema Ökologie ernsthaft und transparent auseinandersetzen, nicht mehr zukunftsfähig sind und deshalb auch nicht mehr in diese investiert wird.

Klimaschutz als Unternehmen professionell und nachweisbar zu betreiben, ist also bereits in naher Zukunft unausweichlich. Wenn Ihr Unternehmen zu denjenigen gehört, die sich zuerst dieser Situation stellen, bauen Sie einen Vorreitereffekt auf, der auf die Berücksichtigung der hervorsehbaren gesetzlichen Vorgaben vorbereitet, langfristig niedrigere Kapitalkosten mit sich bringt und Vorteile im Markt garantiert!

DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner