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|  UPDATE: 19. Februar 2024

ESRS E1 Climate Change: So erfüllen Sie das Klimaschutz-Reporting

Die themenbezogenen Standards der CSRD werden vom ESRS E1 Klimawandel angeführt. Die deutsche finale Version des ESRS E1 steht seit dem 31.07.2023 fest. Es ist zu erwarten, dass der ESRS E1 Klimawandel bei nahezu jedem Unternehmen zu den wesentlichen Berichtsthemen gehört, da nahezu jede wirtschaftliche Tätigkeit mit der Emission von Treibhausgasen einhergeht. 

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ESRS E1 Climate Change EFRAG Standard CSRD

1. ESRS E1: Verortung in den EFRAG Standards für das CSRD-Reporting

 

Die themenbezogenen Standards der CSRD werden vom ESRS E1 Klimawandel angeführt. Der Energieverbrauch und die Treibhausgasemissionen (Scope 1, 2 und 3) bilden den inhaltlichen Kern des Standards. Auf diese bauen KPI, Maßnahmen, Ziele und Strategien auf.

Quelle des delegierten Rechtsaktes

Die deutsche finale Version des ESRS E1 steht nun fest, seit am 31. Juli 2023 der entsprechende Delegierte Rechtsakt der EU Komission veröffentlicht worden war. Ein delegierter Rechtsakt ist eine rechtliche Maßnahme, die von der Europäischen Kommission ergriffen wird, um bestimmte Details oder Aspekte einer bestehenden Gesetzgebung der Europäischen Union auszufüllen oder zu ergänzen.

Unter dem Abschnitt „Annahme durch die Kommission“ im Anhang C finden Sie den ESRS E1 Klimawandel/ Climate Change auf deutsch vom 31.07.2023:

https://ec.europa.eu/info/law/better-regulation/have-your-say/initiatives/13765-Erste-europaische-Standards-fur-die-Nachhaltigkeitsberichterstattung_de

 

2. Zusammenspiel mit der Wesentlichkeitsanalyse

Es steht nun fest, dass der ESRS E1, wie alle themenspezifischen Standards, der Wesentlichkeitsanalyse unterliegt. Das bedeutet, dass er nur dann berichtet werden muss, wenn er für das Unternehmen als wesentlich identifiziert wird.

Es ist jedoch zu erwarten, dass der ESRS E1 Klimawandel bei nahezu jedem Unternehmen zu den wesentlichen Berichtsthemen gehört, da praktisch jede wirtschaftliche Tätigkeit mit der Emission von Treibhausgasen einhergeht.  

Falls der Klimawandel für ein Unternehmen nicht von essentieller Bedeutung ist, müssen die Schlussfolgerungen der Wesentlichkeitsbewertung in Bezug auf den Klimawandel detailliert erläutert werden, um den Ausschluss zu rechtfertigen. Zudem muss diese Analyse auch einen vorausschauenden Ansatz verfolgen und verdeutlichen, unter welchen Umständen dieser Bereich in Zukunft von Bedeutung sein könnte.

CSRD Überblick 2024 ESRS Standards

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3. Überblick der Angabepflichten des ESRS E1 Berichts

 

E1-1 Übergangsplan für den Klimaschutz
Erläuterung der Klimaschutzstrategie des Unternehmens im Einklang mit dem Ziel der Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 °C
ESRS 2 SBM-3 Wesentliche Auswirkungen, Risiken u. Chancen
und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell
E1-2 Strategien
im Zusammenhang mit dem Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel
E1-3 Maßnahmen
Erläuterung der Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit den Klimastrategien
E1-4 Ziele
im Zusammenhang mit dem Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel
E1-5 Energieverbrauch und Energiemix
Aufschlüsselung der Energiequellen
E1-6 THG-Bruttoemissionen
der Kategorien Scope 1, 2 und 3 sowie THG-Gesamtemissionen gemäß GHG-Protocol
E1-7 CO2e-Reduktionsprojekte
Abbau von Treibhausgasen und Projekte zur Verringerung von Treibhausgasen, finanziert über CO2-Gutschriften
E1-8 Interne CO2e-Bepreisung
Internes System zur imaginären oder tatsächlichen Bepreisung von CO2, um Anreize für Einsparungen zu schaffen
E1-9 Finanzielle Auswirkungen von Risiken und Chancen
Erwartete finanzielle Auswirkungen wesentlicher physischer Risiken und Übergangsrisiken sowie potenzielle klimabezogene Chancen

 

4. Anforderungen des ESRS E1 an die Scope 3 Emissionen

Die Wertschöpfungskette in Scope 3 einbeziehen

Die Nachhaltigkeitsinformationen beziehen sich auf die gesamte Wertschöpfungskette, nicht nur auf die eigene Unternehmenstätigkeit. Für den ESRS E1 sind wesentliche Daten aus der Wertschöpfungskette für Angabe der Scope 3 Treibhausgasemissionen erforderlich.

 

Auszug aus dem efrag standard esrs e1

 

Besonders die Erhebung von Scope 3 stellt viele Unternehmen vor neue Herausforderungen. Scope 3 umfasst vor- und nachgelagerten Treibhausgas-Emissionen, die schwerpunktmäßig mit der Unternehmenstätigkeiten verbunden sind. Hierzu zählen unter anderem Daten über eingekaufte und verkaufte Waren, Dienstleistungen, Müllentsorgung, Reisen und Pendeln der Mitarbeitenden. Diese müssen standardkonform nach dem Greenhouse Gas Protocol erhoben werden und den vorgegebenen Scope 3 Kategorien zugeordnet werden.

 

CO2-Erfassung im Rahmen der CSRD

Standardkonforme und wirtschaftliche Umsetzung für die neue Reportingpflicht

21. August, 10.30 bis 11.15 Uhr

5. Ausnahmen und Übergangsregelungen beim ESRS E1 Bericht

 

In mehreren Bereichen wurden für die ersten Berichtsjahren Vereinfachungen und Übergangsregelungen eingeräumt.

So können beispielsweise Strategien, Maßnahmen und Ziele, wenn diese noch nicht vorliegen, laut ESRS 1 Absatz 33 zunächst lediglich mit Angabe des geplanten Zeitrahmens zur Umsetzung angegeben werden.

Auch bei Scope 3 gibt es eine relevante Ausnahme: Die Scope 3 Emissionen müssen für Unternehmen mit bis zu 750 Mitarbeitenden erst ab zweitem Berichtsjahr verpflichtend abgebildet werden.

Die Detail zu diesen und weiteren Erleichterungen im ESRS E1 Erstbericht vermitteln wir in unseren Seminaren oder im E-Learning Kurs:

E-Learning | On-Demand Video mit Begleitmaterial

Einführung in den ESRS E1

Erstbericht als Mittelständler pragmatisch umsetzen mit Beispielbericht

€ 580,-

zzgl MwSt

Online-Seminar | live in Kleingruppen mit Fragerunde

Startbereit für die aktuelle CSRD

Die neue Richtlinie verstehen und erfolgreich meistern am Beispiel des Klimastandard ESRS E1

€ 374,-

pro Erstteilnehmer | weitere Teilnehmer 190€ | zzgl MwSt

6. Vorbereitung der Treibhausgasemissionen (Scope 1 bis 3)

 

Die Implementierung eines Prozesses zur vorgabenkonformen Erhebung von CO2-Kennzahlen kann einige Hürden mit sich bringen. Deshalb empfehlen wir, bereits frühzeitig einen Partner zu suchen und die CO2-Kennzahlen zu erheben. Im verpflichtenden Berichterstattungsjahr entsteht dann kein Zeitdruck, da die Herausforderungen bereits erfolgreich gemeistert wurden und ein reproduzierbarer Prozess eingeführt ist.

Zudem stehen damit bereits wertvolle Daten eines Vergleichsjahres bereit, sodass die benötigten Maßnahmen fundiert begründet werden können. Durch die Erfahrung können bei Eintritt in die Berichtspflicht qualitativ hochwertige Daten routiniert erhoben werden und die Unternehmen sind bei der Erfüllung der Vorgaben auf der sicheren Seite.

Falls Sie noch keinen geeigneten Partner für die Erfassung Ihrer CO2-Kennzahlen gefunden haben, laden wir Sie ein, sich über unser Angebot zu informieren. Unsere TÜV-zertifizierte Lösung aus Software und Service für den Corporate Carbon Footprint ermöglicht Ihnen eine standardkonforme Erfassung der CO2-Kennzahlen – mit Erfolgsgarantie. Entdecken Sie hier unser Angebot und vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch, um unseren Prozess näher kennenzulernen.

 

Video-Update: Seit 31.07.23 steht fest, dass auch der ESRS E1 der Wesentlichkeitsanalyse unterliegt.

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