Klimareporting Blog › Verständnis von Scope 2 und indirekter Energie

|  19. Februar 2024

Verständnis von Scope 2 und indirekter Energie

In diesem Blogbeitrag nehmen wir Scope 2 Emissionen unter die Lupe – jene indirekten Emissionen, die aus der Beschaffung von gekauftem Strom, Wärme und Dampf resultieren. Diese Emissionen sind ein zentraler Bestandteil des Carbon Footprints eines Unternehmens, weil sie aus der Energieerzeugung resultieren, die das Unternehmen indirekt durch seinen Energieverbrauch verursacht. Erfahren Sie, wie sie sich von Scope 1 Emissionen unterscheiden und wie Sie sie reduzieren können.

🕓 Lesezeit 5 Minuten

Scope 2 Emissionen

1. Was sind Scope 2 Emissionen?

 

Die Kategorisierung von Treibhausgasemissionen in drei verschiedene ‘Scopes’ ist ein zentraler Bestandteil des Greenhouse Gas Protocol, einem international anerkannten Standard zur Erfassung und Berichterstattung von Treibhausgasemissionen.

Scope 2 umfasst indirekte Emissionen aus der Beschaffung von gekauftem Strom, Wärme, Dampf und Kühlung, die zwar außerhalb der physischen Grenzen eines Unternehmens produziert werden, aber für dessen Betrieb notwendig sind.

Diese Energie wird dann für diverse Prozesse und Aktivitäten innerhalb des Unternehmens genutzt, wie etwa für die Beleuchtung, die Heizung oder den Betrieb von Maschinen. Diese Emissionen sind ein zentraler Bestandteil des Carbon Footprints eines Unternehmens, weil sie aus der Energieerzeugung resultieren, die das Unternehmen indirekt durch seinen Energieverbrauch verursacht.

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2. Die Verbindung zwischen Scope 1 und Scope 2 Emissionen

Direkte Emissionen des Energieerzeugers

Wenn ein Energieerzeuger (z.B. ein Kraftwerk) Strom produziert, entstehen bei diesem Prozess direkt Treibhausgasemissionen. Diese Emissionen werden als Scope 1 Emissionen des Energieerzeugers klassifiziert, da sie direkt aus dessen eigenen oder kontrollierten Quellen stammen. Sobald ein Unternehmen diesen Strom kauft und verbraucht, werden die damit verbundenen Emissionen als dessen Scope 2 Emissionen betrachtet. Das bedeutet, dass die direkten Emissionen des Energieerzeugers zu indirekten Emissionen für das Unternehmen werden, das die Energie nutzt.

Beispiel zur Veranschaulichung

Nehmen wir an, ein Kraftwerk verbrennt fossile Brennstoffe wie Kohle, um Strom zu erzeugen. Die dabei freigesetzten CO2-Emissionen zählen zu den Scope 1 Emissionen des Kraftwerks. Ein Unternehmen kauft diesen Strom, um seine Büros zu beleuchten und Maschinen zu betreiben. Die Emissionen, die mit der Erzeugung dieses Stroms verbunden sind, werden nun als Scope 2 Emissionen des Unternehmens erfasst.

3. Beispiele für Scope 2 Emissionen

Stromverbrauch in Bürogebäuden

Ein Unternehmen betreibt mehrere Bürogebäude, in denen Computer, Beleuchtung, Klimaanlagen und andere elektrische Geräte genutzt werden. Der Strom, der für den Betrieb dieser Geräte benötigt wird, wird in der Regel außerhalb des Unternehmens erzeugt, beispielsweise in einem Kohle- oder Gaskraftwerk. Die mit der Erzeugung dieses Stroms verbundenen Emissionen zählen zu den Scope 2 Emissionen des Unternehmens.

Wärmeenergie für Produktionsprozesse

Ein Hersteller benötigt Wärmeenergie für verschiedene Produktionsprozesse, wie etwa das Erhitzen von Materialien. Wenn diese Wärmeenergie in Form von Fernwärme bezogen wird, die in einem externen Heizkraftwerk erzeugt und über ein Fernwärmenetz geliefert wird, fallen die Emissionen, die bei der Erzeugung dieser Wärme entstehen, unter die Scope 2 Emissionen des herstellenden Unternehmens.

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Kühlung für Rechenzentren

IT-Unternehmen und Betreiber von Rechenzentren benötigen erhebliche Mengen an Kühlung, um ihre Server und IT-Infrastruktur auf optimalen Temperaturen zu halten. Die Energie, die für den Betrieb der Kühlsysteme benötigt wird, kann als gekühlte Luft oder Wasser von externen Anbietern bezogen werden. Die dabei entstehenden indirekten Emissionen werden als Scope 2 Emissionen klassifiziert.

Dampf für industrielle Reinigungsprozesse

In einigen Industriezweigen, wie der Lebensmittelverarbeitung oder der pharmazeutischen Industrie, wird Dampf für Reinigungs- und Sterilisationsprozesse benötigt. Wenn dieser Dampf von einem externen Dienstleister bezogen wird, der ihn in einem Kraftwerk durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe erzeugt, gehören die damit verbundenen Emissionen zu den Scope 2 Emissionen des Unternehmens.

Nutzung von erneuerbaren Energien

Unternehmen, die Verträge für den Bezug von erneuerbarer Energie abschließen, wie z.B. Wind- oder Solarenergie, sind ebenfalls mit Scope 2 Emissionen konfrontiert. Obwohl erneuerbare Energiequellen im Betrieb keine Treibhausgase emittieren, können bei ihrer Herstellung und Installation Emissionen entstehen. Diese fallen jedoch in der Regel wesentlich niedriger aus als bei konventionellen Energiequellen.

4. Strategien zur Reduktion von Scope 2 Emissionen

 

Übergang zu erneuerbaren Energiequellen

Eine der wirkungsvollsten Methoden zur Reduktion von Scope 2 Emissionen ist die Umstellung auf grüne Energiequellen. Wind-, Solar- oder Wasserkraft sind Alternativen, die im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen keine Treibhausgase bei der Stromerzeugung freisetzen. Durch den Bezug von Grünstrom können Unternehmen ihre Abhängigkeit von konventionellen Energiequellen verringern und ihre CO2-Bilanz deutlich verbessern. Zusätzlich sendet die Nutzung erneuerbarer Energien ein starkes Signal an Kunden und Partner über das Engagement des Unternehmens für Klimaschutz.

Steigerung der Energieeffizienz

Eine weitere effektive Strategie ist die Steigerung der Energieeffizienz in allen Bereichen des Unternehmens. Dies kann durch die Modernisierung von Gebäuden, die Implementierung von energieeffizienten Prozessen und Technologien sowie die Optimierung von Betriebsabläufen erreicht werden. Effizientere Beleuchtungssysteme, verbesserte Isolierung, energieeffiziente Maschinen und Geräte sind nur einige Beispiele, wie Energieeffizienz in der Praxis umgesetzt werden kann. Weniger Energieverbrauch führt direkt zu geringeren Scope 2 Emissionen und kann gleichzeitig erhebliche Kosteneinsparungen mit sich bringen.

Eigenproduktion von Strom

Durch die Installation von Solaranlagen oder anderen erneuerbaren Energiesystemen direkt am Standort können Unternehmen ihren eigenen grünen Strom erzeugen. Dies reduziert nicht nur die Scope 2 Emissionen, sondern auch die Abhängigkeit von externen Energieanbietern. Eigenproduktion von Energie bietet die Möglichkeit, energieautarker zu werden und langfristig Energiekosten zu senken. Zudem können Überschüsse an erzeugter Energie unter Umständen ins öffentliche Netz eingespeist und zusätzliche Einnahmen generiert werden.

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